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Afrikas Frauen und Jugend wollen und brauchen Mechanisierung der Landwirtschaft

Afrikas Frauen und Jugend wollen und brauchen Mechanisierung der Landwirtschaft


Mechanisierung von Afrika’s Landwirtschaft kann Beschäft igung im ländlichen Raum fördern und Migrati on der Jugend eindämmen laut neuer Studie des internati onalen Malabo Montpellier Expertenpanels.


Berlin, 20.2.2019. „Mechanisiert. Transformati on der landwirtschaft lichen Wertschöpfungskett en Afrikas“.
So lautet der Titel einer neuen Expertenstudie, die Beispiele von erfolgreicher Mechanisierung der afrikanischen Agrar-Wertschöpfungskett en zeigt. Der Bericht des Malabo Montpellier Panel, einer Gruppe 17
afrikanischer und internati onaler Experten, wird in deutscher Fassung am 20.2.2019 in Berlin im Rahem der Veranstaltungsreihe „Innovati onsdialog – zur Zukunft der lä ndlichen Rä ume Afrikas“ des Bundesministeriums
für Wirtschaft liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vorgestellt.
Laut Prognosen wird die Zahl der Jugendlichen in Afrika bis 2030 um 42 Prozent steigen. Bis 2030 werden schätzungsweise 750 Millionen Menschen in Afrika jünger als 18 Jahre alt sein und jedes Jahr 30 Millionen
junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintr eten.

Gerade in Afrika brauchen junge Menschen neue att rakti ve Zukunft sperspekti ven in der Landwirtschaft .
Die Schaff ung produkti ver Beschäft igung im Ländlichen Raum ist vielleicht mit die wichti gste Aufgabe in Afrika in den nächsten 10 Jahren.“ So Gunther Beger, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft
liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin.
In der Studie „Mechanisiert“ wird zwar themati siert, dass die Mechanisierung der afrikanischen Landwirtschaft Arbeit durchaus verringern könnte. Die Kernbotschaft des Berichts lautet jedoch, dass eine
erfolgreiche Mechanisierung der Schlüssel zur Bewälti gung der großen Herausforderungen auf dem afrikanischen Konti nent sein wird. Diese Herausforderungen reichen von steigenden Lebensmitt elimportkosten
bis zu einer zunehmenden ländlichen Arbeitslosigkeit.


„Unser Bericht widerspricht dem Mythos, dass die Mechanisierung der afrikanischen Landwirtschaft die Arbeitskräft e ersetzen wird. Wenn es richti g gemacht wird, kann Mechanisierung die Beschäft igung sogar verbessern“, sagt Ousmane Badiane, Co-Vorsitzender des Malabo Montpellier Panels. „Die Beschäft igung im ländlichen Raum ist entscheidend für die Verringerung von Armut, Migrati on und politi scher Instabilität
und macht die Mechanisierung auch zu einer sinnvollen Investi ti on in Friedens- und Sicherheitsziele.“ „Mechanisierung bedeutet mehr als nur Traktoren“, erläutert Joachim von Braun, Co-Vorsitzender des
Malabo Montpellier Panel. „In diesem Bericht werden die Investi ti onsmöglichkeiten entlang der gesamten landwirtschaft lichen Wertschöpfungskett e aufgezeigt- von der kleinen landwirtschaft lichen Produkti on über die Verarbeitung bis hin zu Transport und Lagerung“, so von Braun. „Dies wird die enormen Lebensmitt elverluste verringern und den steigenden afrikanischen Lebensmitt elimporten entgegenwirken. Ländliche Jugendliche fordern eine Mechanisierung, um die Last der Handarbeit zu reduzieren. Wenn sie diese Möglichkeiten nicht bekommen, werden sie weiter die ländlichen Gebiete verlassen“, fügt er hinzu.
Das Volumen des afrikanischen Lebensmitt el- und Getränkemarkts wird bis 2030 voraussichtlich 1 Milliarde US Dollar betragen. Dank der Fortschritt e bei erneuerbaren Energien und der Digitaltechnik könnte Afrika technologische Entwicklungsstufen überspringen, die andere Konti nente und Regionen zu bewälti -gen hatt en. Dies würde den afrikanischen Mechanisierungsprozess schnell und äußerst lukrati v machen,so der Bericht.
Der Bericht enthält sieben Empfehlungen an afrikanische Regierungen. Diese basieren auf einer Analyse der Politi k und Investi ti onen von sieben afrikanischen Ländern, die führend bei der Mechanisierung sind:
PRESSEMITTEILUNG
SPERRFRIST: MITTWOCH, 20.2.2019 15:00 UHR
Äthiopien, Marokko, Mali, Ruanda, Tansania, Malawi und Sambia. Diese Länder verzeichnen ein starkes
Wachstum sowohl im Bereich der Mechanisierung als auch in der landwirtschaftlichen Produktion.

Diese Beispiele zeigen wie afrikanische Länder die großen Unterschiede untereinander und zu anderen Entwicklungsregionen
überbrücken können.
Die sieben Empfehlungen lauten:
1. Entwicklung nationaler Investitionspläne für die landwirtschaftliche Mechanisierung, die Teil der nationalen Agrarinvestitionspläne der Länder sind.
2. Fokus auf Mechanisierungspfade und Strategien, die neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.
3. Priorisierung der Mechanisierung entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette, nicht nur auf der Produktionsebene.
4. Investitionen in die Unterstützung der Infrastruktur, wie Bewässerungssysteme und Stromnetze.
5. Anreize für den Privatsektor, in Mechanisierung zu investieren, durch Steuerbefreiungen und intelligente Subventionen.
6. Nutzung öffentlich-privater Partnerschaften zur Entwicklung lokaler Maschinenindustrien, um sicherzustellen,dass die Technologie erschwinglich und angemessen ist.
7. Bereitstellung von lokalisierten Diensten, die die Nachfrage der Landwirte mit geeigneten Technologien decken.


Den kompletten Bericht in Deutsch finden Sie unter: https://www.zef.de/publications/zef-publications/further-zef-publications


Den kompletten Bericht in Englisch finden Sie unter: https://www.mamopanel.org/resources/
Die Veranstaltungsreihe „Innovationsdialog – zur Zukunft der ländlichen Räume Afrikas“ wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und im Rahmen der
Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger veranstaltet. Das BMZ hat 2014 die Sonderinitiative ins Leben gerufen. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kirchen werden MEHR ALS 200 PROJEKTE in Ländern umgesetzt, die überdurchschnittlich von Hunger und Mangelernährung betroffen sind.


Kontakt: Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn:
Alma van der Veen, 0228 731846, presse.zef@uni-bonn.de. www.zef.de
Malabo Montpellier Panel: Hawa Diop, H.Diop@cgiar.org, Office at International Food Policy Research Institute (IFPRI), Lot #2 Titre 3396 - BP 24063, Dakar-Almadies, Senegal, Tel: +221
33 869 98 00 Fax: +221 33 869 98 41


Über das Malabo Montpellier Panel
Das Malabo Montpellier Panel besteht aus 17 führenden afrikanischen und internationalen Experten, die sich für die Förderung von Wissenschaft und Dialog einsetzen, um afrikanische Partner im Rahmen des erweiterten Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) der Malabo-Erklärung zu unterstützen. Es wird vom West- und zentralafrikanischen Büro des International Food Policy Research Institute,
der Universität Bonn und dem Imperial College London organisiert und hat seinen Hauptsitz in Dakar, Senegal.

Den gemeinsamen Vorsitz führen Dr. Ousmane Badiane, Africa Director am IFPRI und Professor Joachim von Braun, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung der Universität Bonn.